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25.05.2017
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Presseschau

24.08.2016 - Wehr (Baden-Württemberg):
Pflege von Kreuzen schlägt teuer zu Buche
Eingetragen von Redaktion

WEGKREUZE, BILDSTÖCKE UND GEDENKSTEINE (1): Die Hälfte der Wegkreuze ist verloren gegangen.

Quelle: Foto: Ernst Brugger
Wehr
WEHR. Feld- und Wegkreuze sowie Bildstöcke sind historische Kleindenkmale als Zeugnisse der christlichen Kultur. Dazu zählen auch Gedenksteine und -tafeln. Viele fristen mit der Zeit ein vernachlässigtes Dasein. Sie wurden vergessen, sind zugewachsen oder beschädigt und waren in ihrem Bestand akut gefährdet.

Erstellt wurden sie einst von Familien als Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren, zur Erinnerung an besondere Unglücksfälle oder an bedeutende Personen. Viele Flurkreuze waren auch in das religiöse Brauchtum eingebunden und dienten – und dienen oft auch heute noch – als Station bei Prozessionen.

Durch Verwitterung von Wind und Wetter sind besonders Wegkreuze aus Holz mit der Zeit gefährdet. Hinzu kommt die oft gut gemeinte, aber nicht fachgerechte Renovierung mit ungeeigneten Materialien. Diese Restaurierung ist aber nicht nur mit immensem Arbeitsaufwand, sondern auch mit teils erheblichen Kosten verbunden. Seit 1990 engagieren sich in Wehr die "Wegkreuzritter" und seit 1999 in Öflingen die "Flurkreuzmänner" ehrenamtlich um Erhaltung und Renovierung dieser Zeugen lokaler Geschichte. Dank deren ehrwürdiger Aktivitäten erstrahlt manches Kleindenkmal auf Wehrer Fluren wieder in neuem Glanz.

Wegkreuze und Gedenksteine werden von der Denkmalpflege zwar als Kleindenkmale anerkannt, finanziell aber nicht unterstützt. Deren weiteres Dasein dient jedoch der Erhaltung von lokaler Geschichte und Geschichten. Der historische Standort eines Wegkreuzes oder Bildstockes, in Bayern auch Marterl genannt, ist meist mit einer besonderen persönlichen Bedeutung verbunden, die oft verloren ging, wenn es an einen neuen Standort versetzt wurde. Häufig haben Veränderungen der Landschaft, wie Straßenbau oder die Ausweisung neuer Baugebiete zum Verlust von Flurkreuzen geführt.

In Wehr war 1988 der damalige Pfarrer Gerhard Balles besorgt über den zunehmenden Verlust von Wegkreuzen. Von den ursprünglich etwa 70 gab es damals nur noch 34. Auf seine Klagen darüber in einer Pfarrgemeinderatssitzung erklärte sich Pfarrgemeinderat Wolfgang Eschbach bereit, sich der Wegkreuze anzunehmen.

In jahrelanger akribischer Kleinarbeit erstellte er anhand von Lageplänen ein Verzeichnis der noch vorhandenen Wegkreuze und ermittelte deren Eigentümer - alles in allem eine jahrelange, mühselige Arbeit. Den Grund warum so ein Gedenkkreuz erstellt wurde, konnte er jedoch nicht immer erfahren. Doch für Wolfgang Eschbach, der viele Wegkreuze schon aus seiner Jugendzeit kannte, war klar, dass sie von unschätzbarem Wert für die Kulturgeschichte der Heimat sind, die es zu bewahren gelte.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/, 20.08.2016
Ortsinformationen

Wehr

Ort: Wehr
PLZ: 79664
Bundesland:Baden-Württemberg
Kreis: Waldshut


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