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Presseschau

28.04.2011 - Wildflecken (Bayern):
Das zweimal versetzte Sühnekreuz
Eingetragen von Redaktion

Denkmal unweit der Oberbacher Hütte erinnert an einen gewaltsamen Tod vor 300 Jahren
Wer um die der Oberbacher Rhönklubhütte herumgeht, findet wenige Meter vom Haus entfernt unter Bäumen ein altes Sühnekreuz. Da die alte eingemeißelte Schrift zum Teil stark verwittert und nur schwer zu lesen ist, hat der Rhönklub auf einem Basaltstein eine Messingplatte anbringen lassen, auf der die Inschrift wiedergegeben ist.

Das zweimal versetzte Sühnekreuz
Quelle: Johanna Kellermann
Das Sühnekreuz nahe der Rhönklub-Hütte: davor auf einer Messingtafel der Text.
17../WER DIESE/N HANS MICHEL/ AUF BEDER/ PAULI ERSCHO/SSEN HAT/ DEN WIRT GOTT ZEIH/EN IM THA/L JOSA/PHAT

Wer diesen Hans Michel auf St. Peter und Paul erschossen hat, den wird Gott zur Rechenschaft ziehen beim jüngsten Gericht, das der Legende nach im Tal Josaphat stattfinden soll. Wie Oskar Kirchner im Band 4 des Buches „Flurdenkmale des Landkreises Bad Kissingen“ berichtet, soll am ehemaligen Standort des Kreuzes ein junger Mann, ohne böse Absicht, seinen eigenen Bruder in der Dunkelheit erschossen haben. Beide waren, ohne voneinander zu wissen, zum Wildern hinauf zum Gebirgstein gegangen.

Im Totenbuch der Pfarrei Oberbach, so hat Kirchner herausgefunden, steht für das Jahr 1725 folgender Eintrag des damaligen Pfarrers: „29 Junij globo in Sylva trajektus fuit a fure ferarum Joes Michael Schreiner 24 anno“. Auf Deutsch: „Am 29.Juni wurde Johannes Michael Schreiner im Alter von 24 Jahren von einem Wilddieb im Wald mit einer Kugel durchbohrt.“

Das Kreuz stand vordem hoch oben am Steilhang über dem Steinbruch, eingewachsen und kaum zugänglich im Wald. Werner Rüttiger vom Oberbacher Rhönklub erinnert sich: „Es gab auch noch einen besondern Grund, dass wir das Kreuz heruntergeholt haben. Wir hatten den Eindruck, dass es, obwohl, oder vielleicht gerade weil es so abseits stand, von jemandem schon zum heimlichen Abtransport vorbereitet worden war.“ Das wollte man auf keinen Fall hinnehmen.

Schon der Standort am oberen Steinbruchrand war nicht der Originalstandort des Kreuzes. Rüttiger und auch Willi Wiesner erinnern sich, dass ihnen erzählt wurde, dass das Kreuz vorher noch weiter oben am Rande des Hochwaldes gestanden habe, so Wiesner. „Es wurde umgesetzt, weil es dem Basaltabbau im Weg stand.

Quelle: http://www.mainpost.de, 28.04.2011

Weitere Informationen zu diesem Thema:
Von unserer Mitarbeiterin Johanna Kellermann
Ortsinformationen

Wildflecken

Ort: Wildflecken
PLZ: 97772
Bundesland:Bayern
Kreis: Bad Kissingen


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