Die Dokumentation und Erfassung der rund 2 000 Kleindenkmale im Landkreis Reutlingen hat begonnen. Geld allein reicht nicht aus, Engagement ist gefragt
Alte, von Menschenhand geschaffene Kleindenkmale bergen oft spannende Geschichten, aber auch Rätsel in der heutigen Zeit. Sie sind »Heimatkunde am Wegesrand«. »Kleindenkmale sind vielerorts in höchstem Maß bedroht nicht nur von Diebstahl oder Vandalismus, sondern vor allem vom Vergessen«, betonte Landrat Thomas Reumann jetzt bei seinem Besuch am »Sühnekreuz« am alten Trailfinger Weg.
Sie füllt 46 dicke Aktenordner von fast drei Laufmetern Umfang: Die in den vergangenen Jahren erstellte Dokumentation der beinahe 5200 Kleindenkmale in den insgesamt 28 Enzkreis-Gemeinden.
In einem Grenzvertrag vom 1.07.1533 zwischen dem Grafen von Oettingen und Pfalzgraf Ottheinrich von Neuburg, erscheint in der Grenzbeschreibung der Kriegstatthof: "...Item vom Markhof stracks hinüber bis gen Kriegstat, da ain Markstein hinter de Ofen gesetzt ist..."
Fünf Einzelteile, die ein Ganzes ergeben sollen: Was sich anhört wie ein simples Puzzles, ist in diesem Fall schwere Arbeit. Wolfgang Schmitz aus Gütersloh restauriert einen Grenzstein aus dem Jahr 1772, der nicht nur 125 Kilogramm auf die Waage bringt, sondern dessen Bearbeitung auch mit viel fachmännischer und filigraner Arbeit verbunden ist.